Anleitung

Kokedama selber machen

Ein Kokedama ist eine Pflanze ohne Topf: Erde, Moos und Schnur halten sie zusammen, mehr nicht. In fünf Schritten ist die Kugel gebunden, ein Nachmittag reicht. Hier stehen Einkaufsliste, Erdmischung, Bindetechnik, die Pflanzen, die sich eignen, und wie du die Kugel danach richtig tauchst.

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Kurz gesagt

Ein Kokedama besteht aus einer Kugel aus 70 Prozent Erde und 30 Prozent Akadama, in die der Wurzelballen eingebettet wird. Die Kugel wird mit Sphagnum und grünem Moos ummantelt und kreuzweise mit Schnur gebunden. Gegossen wird im Tauchbad, 15 bis 20 Minuten, sobald die Kugel leicht wird. Sie steht hell, aber nie in der direkten Sonne, weil das Moos sonst verbrennt.

Kokedama mit Schwertfarn auf einer flachen Schale

Dauer etwa 45 Minuten, plus eine Stunde EinweichenSchwierigkeit mittelMaterial ein Liter Akadama reicht für zwei bis drei KugelnPflege danach sprühen, tauchen, wenn die Kugel leicht wird

Was ein Kokedama ist

Mooskugel, Nearai und der Bonsai des armen Mannes

Kokedama (苔玉) heißt wörtlich Mooskugel. Die Technik stammt aus dem Nearai (根洗い, Wurzelwäsche), bei dem eine Pflanze ohne Topf mit freiem Wurzelballen gezeigt wird. Das Kokedama formt diesen Ballen aus Erde und bindet ihn mit Moos. Weil es ohne Schale, Ständer und Jahrzehnte auskommt, heißt es auch Bonsai des armen Mannes. Eine Datierung gibt es nicht; die Penn State Extension spricht von einer jahrhundertealten Methode.

Zwei Dinge heißen ähnlich und sind etwas anderes. Die Marimo (Aegagropila linnaei) wird im Handel ebenfalls Mooskugel genannt, ist aber eine Grünalge aus dem Aquarium und wächst rund 5 Millimeter im Jahr. Der Kokodama-Ampeltopf ist ein Gefäß aus Kokosfaser für einen Kulturtopf: hängende Wirkung ohne Binden, aber kein Moos und keine Kugel.

Einkaufsliste

Was du brauchst

Erde und Akadama für die Kugel, zwei Sorten Moos für die Hülle, Schnur zum Binden. Dazu eine Pflanze, die mit wenig Erde auskommt.

  • Zimmerpflanzen-Erde, 8 lDie Basis der Kugel: 70 Prozent der Mischung
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  • Akadama, 1 lTongranulat, 30 Prozent der Mischung; hält die Kugel zusammen und speichert Wasser
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  • Sphagnum, 200 gInnere Hülle: speichert Wasser und schließt die Erde ein
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  • Lebendes KissenmoosÄußere Hülle: lebendes Moos, bleibt grün, wenn du sprühst
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  • Juteschnur, 50 mZum kreuzweisen Binden; natürlich, verrottet nach Monaten
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  • Fiskars SprüherHält das Moos zwischen den Tauchbädern feucht
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  • Bonsaischere BairyuKürzt Wurzeln, Schnur und später die Pflanze
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  • SchwertfarnDie Pflanze, Variante Farn: mag feuchte Luft, ungiftig für Katze und Hund
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  • Zwergpfeffer, hängendDie Pflanze, Variante hängend: kleine Blätter, wenig Wurzeln, ungiftig
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Dazu aus der Küche: eine große Schüssel zum Mischen, ein Eimer zum Tauchen, ein Untersetzer oder eine flache Schale für den Platz danach.

Schritt für Schritt

Das Kokedama binden

Die Reihenfolge folgt der Anleitung der Illinois Extension. Arbeite auf einer Unterlage, es wird nass.

  1. Moos einweichen, Pflanze vorbereiten

    Sphagnum und grünes Moos eine Stunde in lauwarmem Wasser einweichen, dann ausdrücken, bis es nur noch feucht ist. Währenddessen die Pflanze aus dem Topf nehmen, lose Erde abschütteln und den Wurzelballen mit den Fingern lockern. Lange Wurzeln kürzt du mit der Schere auf etwa die Hälfte.

    Trockenes Sphagnum bricht, feuchtes legt sich an.

  2. Erde mischen

    Sieben Teile Zimmerpflanzenerde mit drei Teilen Akadama mischen, also 70 zu 30. Das Tongranulat hält die Kugel zusammen und speichert Wasser. Schluckweise Wasser dazugeben und kneten, bis sich eine feste Kugel formen lässt, die nicht zerfällt und nicht tropft.

    Andere Anleitungen nehmen ein Drittel Akadama oder Bonsaierde und Kokos halb und halb. Fest muss die Kugel werden, das Verhältnis ist zweitrangig.

  3. Kugel formen

    Aus der Erde eine Kugel formen, etwa faustgroß für eine Pflanze aus dem 9-cm-Topf. Die Kugel halbieren, den Wurzelballen hineinlegen und die Hälften wieder zusammendrücken. Rundum nachdrücken, bis keine Risse mehr zu sehen sind. Der Wurzelhals sitzt oben in der Mitte.

  4. Mit Moos ummanteln

    Zuerst eine dünne Lage Sphagnum um die ganze Kugel drücken. Sie speichert Wasser und schließt die Erde ein. Darüber kommt das grüne Moos: Kissenmoos in Stücke brechen oder Plattenmoos zuschneiden und mit der grünen Seite nach außen auflegen, bis keine Erde mehr zu sehen ist.

    Das Sphagnum ist die Arbeitsschicht, das grüne Moos die Schauseite.

  5. Kreuzweise binden und tauchen

    Die Juteschnur unter der Kugel beginnen, einmal herumführen, drehen, wieder herum: kreuzweise, bis das Moos überall fest sitzt. Enden verknoten und kurz abschneiden. Danach die Kugel 15 bis 20 Minuten ins Wasser setzen, abtropfen lassen und auf eine flache Schale oder einen Untersetzer stellen.

    Jute verrottet nach Monaten. Soll die Kugel lange halten, nimm Nylonfaden oder dünnen Aluminiumdraht.

Pflanzenwahl

Welche Pflanze in die Kugel passt

Eine Kugel hält weniger Erde als ein Topf und trocknet schneller aus. Die Pflanze muss damit zurechtkommen.

Farne

Schwertfarn (Nephrolepis) und Nestfarn (Asplenium) mögen die feuchte Hülle und ein Bad ohne Sonne. Die Wedel verdecken die Schnur von oben. Beide gelten als ungiftig für Katzen und Hunde.

Grünlilie und Zwergpfeffer

Die Grünlilie (Chlorophytum comosum) verzeiht eine ausgetrocknete Kugel, der Zwergpfeffer (Peperomia) hat wenig Wurzeln und bleibt klein. Beide ungiftig für Katzen und Hunde.

Efeutute und Sukkulenten

Die Efeutute (Epipremnum aureum) rankt aus der hängenden Kugel, ist aber giftig für Katzen und Hunde. Kleine Sukkulenten wie die Haworthie (Haworthia) halten Trockenheit aus und kommen mit seltenem Tauchen zurecht; das Moos bleibt dann eher trocken und weniger grün.

Nicht geeignet

Pflanzen mit dickem Wurzelballen oder dicken Speicherwurzeln, etwa Bogenhanf und Glücksfeder. Sie brauchen mehr Erde, als eine faustgroße Kugel hält, und sprengen die Hülle. Auch alles, was schnell groß wird, wächst der Kugel davon.

Im Überblick

Material für das Kokedama

Akadama, zwei Sorten Moos, Schnur und die Ampel für alle, die nicht binden wollen. Die Reihenfolge ist keine Rangliste.

Illustration, kein Produktfoto

Kleine Menge

GebEarth Akadama 2–5 mm, 1 Liter

GebEarth

  • Japanisches Akadama aus Ibaraki, Körnung 2 bis 5 mm
  • Ein Liter reicht für zwei bis drei Kokedama oder eine Schale
  • Speichert Wasser und gibt es langsam ab
Körnung
2–5 mm
Menge
1 l

Passt, wenn du nur ein Kokedama oder eine kleine Schale anlegst.

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Illustration, kein Produktfoto

Kokedama-Hülle

Sphagnum-Moos aus Chile, gepresst, 200 g (ergibt etwa 10 Liter)

PlantMe

  • Langfaseriges Torfmoos, stark gepresst, quillt nach dem Einweichen auf etwa 10 Liter
  • Speichert Wasser wie ein Schwamm, pH passend für die meisten Zimmerpflanzen
  • Für Kokedama, Moosstäbe, Terrarien und Orchideen
Menge
200 g gepresst
Ergibt
ca. 10 l

Passt, wenn du Kokedama bindest: Sphagnum ist die Schicht zwischen Erdkugel und grünem Moos.

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Illustration, kein Produktfoto

Grün und lebendig

urbanjngl lebendes Kissenmoos, 3 Stück

urbanjngl

  • Drei frische Polster Leucobryum glaucum, 8 bis 15 cm Durchmesser
  • Wächst auf Erde, Kies oder Sand, solange es feucht bleibt
  • Lässt sich in kleinere Stücke brechen
Art
Leucobryum glaucum
Stück
3
Größe
8–15 cm

Passt, wenn du Hügel im Flaschengarten, Polster auf der Schale oder die Hülle des Kokedama grün haben willst.

Eher nicht, wenn das Moos in trockener Heizungsluft ohne Glas und ohne Sprühen stehen soll.

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Illustration, kein Produktfoto

Für große Flächen

Frisches Plattenmoos, 1 Box mit 4 Lagen je etwa 35 × 25 cm

Blumigo

  • Vier Lagen frisches Plattenmoos, je rund 35 × 25 cm
  • Hält laut Anbieter mindestens 14 Tage, mit Sprühen länger
  • Deckt Schalen, Kokedama und Tischdekoration in einem Stück
Menge
4 Lagen
Lage
ca. 35 × 25 cm

Passt, wenn du eine große Schale oder mehrere Kokedama auf einmal bedeckst.

Eher nicht, wenn du dauerhaft wachsendes Moos willst; dafür ist das Kissenmoos oben die bessere Wahl.

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Illustration, kein Produktfoto

Zum Binden

Abio Juteschnur, 2–3 mm, 50 m

Abio

  • Reine Jutefaser, 2 bis 3 mm, reißfest
  • 50 Meter, genug für viele Kokedama
  • Verrottet mit der Zeit, dann einfach neu binden
Stärke
2–3 mm
Länge
50 m
Material
Jute

Passt, wenn du Kokedama bindest und die Schnur natürlich aussehen soll.

Eher nicht, wenn die Kugel sehr lange halten soll; dann nimm dünnen Draht oder Nylonfaden.

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Illustration, kein Produktfoto

Hängend, ohne Binden

exotenherz Kokodama Ampeltopf aus Kokosfaser, 15 cm

exotenherz

  • Handgefertigtes Gefäß aus Kokosfasern zum Aufhängen
  • 15 cm, nimmt einen 12-cm-Kulturtopf auf
  • Die natürliche Alternative zur gebundenen Mooskugel
Größe
15 cm
Material
Kokosfaser

Passt, wenn du die hängende Wirkung eines Kokedama willst, ohne selbst zu binden.

Eher nicht, wenn du ein echtes Kokedama mit Moos willst; das bindest du mit der Anleitung selbst.

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Pflege danach

So bleibt die Kugel grün

Licht: hell, nie in der direkten Sonne. Sonne verbrennt das Moos an der Kugel, lange bevor die Pflanze leidet. Ein Platz einen Meter neben dem Ost- oder Nordfenster passt. Das Bad mit Fenster ist der beste Raum: Die Penn State Extension nennt feuchte Räume wie Bäder als Standort, in dem Kokedama gedeihen.

Wasser: Tauchen statt gießen. Wird die Kugel leicht, kommt sie 15 bis 20 Minuten ins Wasser, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen, dann abtropfen lassen. Regenwasser ist am besten, Leitungswasser darf vorher einen Tag stehen.

Sprühen: Das Moos braucht zwischen den Tauchbädern Feuchtigkeit, etwa dreimal in der Woche einen feinen Sprühstoß. Drinnen mag es 15 bis 20 °C; direkt über der Heizung wird es braun.

Düngen: einmal im Monat halbe Dosis Flüssigdünger ins Tauchwasser, im Winter nicht. Das Moos bekommt keinen Dünger.

Neu binden: Wenn die Jute verrottet oder Wurzeln aus der Kugel wachsen, Schnur abnehmen, eine Lage Erde und frisches Moos auflegen und neu binden.

Vier häufige Fehler

Woran das erste Kokedama scheitert

  • SüdfensterHinter Glas in der Sonne trocknet das Moos binnen Tagen aus und wird braun. Hell ja, Sonne nein.
  • Zu lockere KugelOhne Akadama und ohne festes Kneten zerfällt die Kugel beim ersten Tauchbad. Lieber zu fest drücken als zu locker.
  • Falsche PflanzeEin Bogenhanf aus dem 12-cm-Topf hat mehr Wurzelballen, als eine Kugel aufnimmt. Kleine Pflanzen aus dem 9-cm-Topf sind die richtige Größe.
  • DauernassEine Kugel, die im Untersetzer im Wasser steht, fault von unten. Nach dem Tauchen abtropfen lassen, dann erst zurück auf die Schale.

Woher die Angaben stammen

Pflanzenangaben stammen aus Fachquellen wie botanischen Gärten, Gartenbau-Beratungsstellen und Bonsai-Fachliteratur, Produktangaben vom Hersteller auf Amazon. Ich habe die Produkte nicht selbst getestet. An Käufen über die Links verdiene ich eine Provision; auf die Auswahl hat das keinen Einfluss.

Häufige Fragen

Fragen zum Kokedama

Wie oft muss ich ein Kokedama gießen?

Nicht nach Kalender, sondern nach Gewicht. Heb die Kugel an: Fühlt sie sich leicht an, kommt sie für 15 bis 20 Minuten in eine Schüssel mit Wasser, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen. Danach abtropfen lassen und zurück auf die Schale. Im warmen Wohnzimmer ist das öfter nötig als im kühlen Bad.

Warum wird das Moos am Kokedama braun?

Meist wegen direkter Sonne oder trockener Heizungsluft. Sonne verbrennt das Moos an der Kugel, Heizungsluft trocknet es aus. Die Kugel gehört an einen hellen Platz ohne Sonne, bei 15 bis 20 °C, und wird etwa dreimal in der Woche besprüht. Braunes Moos lässt sich mit frischen Polstern überdecken und neu binden.

Kann ich das Kokedama aufhängen?

Ja. Dafür bindest du die Kugel mit Nylonfaden oder dünnem Aluminiumdraht statt mit Jute, die mit der Zeit verrottet. Hängend trocknet die Kugel schneller aus, also öfter anheben und prüfen. Wer die hängende Wirkung ohne Binden will, nimmt eine Ampel aus Kokosfaser und stellt den Kulturtopf hinein.

Ist eine Mooskugel aus dem Aquarium ein Kokedama?

Nein. Die runde Mooskugel aus dem Zoohandel ist eine Marimo (Aegagropila linnaei), eine Grünalge, kein Moos. Sie lebt unter Wasser und wächst nur etwa 5 Millimeter im Jahr. Ein Kokedama ist eine Erdkugel mit Pflanze und echtem Moos.

Welche Pflanzen eignen sich für Kokedama?

Farne wie Schwertfarn (Nephrolepis) und Nestfarn (Asplenium), Grünlilie (Chlorophytum comosum), Zwergpfeffer (Peperomia) und kleine Sukkulenten wie die Haworthie. Diese vier gelten als ungiftig für Katzen und Hunde. Die Efeutute (Epipremnum aureum) hält die Kugel ebenfalls gut aus, ist aber giftig. Die Illinois Extension nennt außerdem Philodendron, Dracaena und kleine Orchideen.

Muss ich ein Kokedama düngen?

Sparsam. Einmal im Monat kommt Flüssigdünger in halber Dosis ins Tauchwasser, im Winter gar nicht. Das Moos selbst braucht keinen Dünger.